Berge im Erzgebirge entdecken

Wer bei uns in Geyer ankommt, hat die Berge meist schon von der Anfahrt aus gesehen. Kaum verlässt man die Autobahn, ziehen sich die welligen Höhenzüge des Erzgebirges links und rechts der Straße entlang, und je weiter man ins Gebirge hineinfährt, desto mehr Gipfel tauchen am Horizont auf. Wir wohnen selbst mitten in dieser Landschaft und können unseren Gästen in der Ferienwohnung meist aus dem Stand sagen, welcher Berg gerade zu sehen ist und welcher einen Ausflug lohnt.

Geologisch betrachtet ist das Erzgebirge ein sogenanntes Pultschollengebirge: Auf der sächsischen Seite steigt es allmählich an, während es zur böhmischen Seite hin, zum Egergraben, auf kurzer Strecke steil abfällt – im Schnitt um 600 Höhenmeter. Die meisten Berge stehen deshalb nicht einzeln da, sondern sind Reste einer alten Hochfläche, die von Flüssen und Bächen tief zerschnitten wurde. So entstand eher ein Hügelland mit engen Tälern und sanften Kämmen als ein klassisches Hochgebirge – und genau das macht die Gegend so angenehm für Wanderungen jeder Kondition.

Die drei Hausberge vor unserer Haustür

n unserer Region, dem oberen Erzgebirge rund um Geyer, prägen vor allem drei Berge das Bild: der Pöhlberg, der Bärenstein und der Scheibenberg. Alle drei sind sogenannte Basalt-Tafelberge – Reste eines erkalteten Lavastroms, die durch ihre auffällig flache Kuppe zu erkennen sind. Das ist im Erzgebirge eher selten und macht die drei zu echten Landmarken.

Der Pöhlberg ist mit 832 Metern der höchste der drei und liegt direkt bei Annaberg-Buchholz. Oben gibt es einen Biergarten und einen weiten Blick bis zum Fichtelberg. Der Bärenstein misst 898 Meter und erhebt sich über der Talsperre Cranzahl, sein Aussichtsturm reicht im Blick bis zum Keilberg. Etwas kleiner ist mit 807 Metern der Scheibenberg, bekannt für die „Orgelpfeifen“ genannten Basaltsäulen an seiner Nordseite. Von Geyer aus sind alle drei in gut zwanzig bis dreißig Autominuten erreichbar, und wer Zeit hat, kann sie an einem längeren Wandertag sogar miteinander verbinden.

Die höchsten Gipfel des Erzgebirges

Wer es noch höher mag, findet die größten Erhebungen auf dem Erzgebirgskamm, der die Grenze zwischen Sachsen und Tschechien bildet. Der Klínovec, auf Deutsch Keilberg genannt, ist mit 1244 Metern der höchste Berg des gesamten Erzgebirges und liegt bereits auf tschechischer Seite. Nur wenige Kilometer entfernt erhebt sich der 1215 Meter hohe Fichtelberg – der höchste Punkt Sachsens und für uns aus Geyer der klassische Tagesausflug mit Schwebebahn und Aussichtsturm. Am Fuß beider Gipfel liegt Oberwiesenthal, die höchstgelegene Stadt Deutschlands.

Insgesamt zählt das Erzgebirge zehn Gipfel über 1000 Meter, fast alle davon dicht gedrängt zwischen Fichtelberg und Auersberg. Hier ein Überblick:

Der Blick über die Bergketten des Erzgebirges – nicht weit von Geyer

die höchsten Berge im Erzgebirge

  1. Klinovec oder auch Keilberg ist mit 1244m der höchste Berg des Erzgebirges und Nordböhmens
  2. Fichtelberg ist mit 1215m der höchste Berg Sachsens. Ein Doppelgipfel mit dem 1205m hohen Kleinen Fichtelberg.
  3. Gottesgaber Spitzberg oder Božídarský Špičák ist mit 1115m der höchste Berg außerhalb des Fichtelberg-Keilberg-Massivs
  4. Wirbelstein oder Meluzína ein Bergrücken am östlichen Rand des Fichtelberg-Keilberg-Massivs mit 1094m über dem Meeresspiegel
  5. Plattenberg oder Blatenský vrch südlich von Johanngeorgenstadt ist 1043m hoch
  6. Eisenberg ein 1029m hoher Bergrücken nördlich von Oberwiesenthal welcher durch die Vierenstrasse vom Fichtelberg-Keilberg-Massiv getrennt ist
  7. Pleßberg oder Plešivec ein 1028m hoher Basaltner, direkt am Steilabbruch des Erzgebirges
  8. Auersberg mit 1018m der höchste Berg des Westerzgebirges, ein Granitgipfel
  9. Rammelsberg oder Zaječi hora ein 1008m hoher bewaldeter Berg bei Johanngeorgenstadt
  10. Taufichtig eine 1001m hohe Bergschulter am nordwestlichen Rand des Fichtelberg-Keilberg-Massivs

Aussicht, Wandern und Anfahrt

Das Praktische am Erzgebirge: Fast jeder dieser Gipfel ist touristisch erschlossen. Fichtelberg, Keilberg, Pöhlberg und der Hirtstein lassen sich sogar mit dem eigenen Auto erreichen, und oben wartet fast überall eine Gipfelbaude oder ein Berggasthaus zur Einkehr. Der Erzgebirgskamm bildet dabei eine echte Sichtgrenze: Nach Süden blickt man weit ins Böhmische hinein, nach Norden reicht der Blick bei klarem Wetter über Chemnitz und Dresden bis zum Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Für uns gehört dieser weite Rundblick zu den schönsten Aussichten im ganzen Erzgebirge.

Wenn unsere Gäste uns fragen, wo sie anfangen sollen, empfehlen wir für den ersten Tag meist einen der drei Hausberge – sie sind schnell erreicht und geben einen guten ersten Eindruck von der Region. Für einen ganzen Ausflugstag lohnt sich dann der Fichtelberg oder der Keilberg. Wer die Gipfel lieber zu Fuß entdecken will: Von Geyer aus starten mehrere Wanderwege, die sich mit etwas Kondition bis zu den höheren Bergen verlängern lassen. Eine Übersicht über wirklich alle Erhebungen im Erzgebirge, auch die kleineren, gibt es zusätzlich in der Liste von Bergen im Erzgebirge bei Wikipedia.