Pressnitztalbahn im Erzgebirge: Mit dem Dampfzug von Jöhstadt nach Steinbach

Wenn bei unseren Gästen in der Ferienwohnung Haus Feig in Geyer das Wort „Dampflok“ fällt, empfehlen wir fast automatisch einen Ausflug zur Pressnitztalbahn. Der Geruch von Kohle und heißem Öl, das Pfeifen der Lok kurz vor der Abfahrt, das gemächliche Tuckern durch enge Kurven im Wald – wer einmal in einem der alten Waggons zwischen Jöhstadt und Steinbach gesessen hat, versteht sofort, warum diese Schmalspurbahn zu den beliebtesten Ausflugszielen im Erzgebirge zählt. Für uns ist sie einer der Ausflüge, die wir Gästen unserer Ferienwohnung besonders gern ans Herz legen, wenn ein bisschen Zeit für das obere Preßnitztal bleibt. An fast jedem Sommerwochenende steht in Jöhstadt oder Steinbach ein Dampfzug bereit, und diese kleine Dampfbahn zwischen den Bergen gehört für uns zu den schönsten Ausflugszielen im ganzen Erzgebirge.

Vom Eisenbahnanschluss zur Museumsbahn – die Geschichte der Pressnitztalbahn

Am 1. Juni 1892 ging die Schmalspurbahn zwischen Wolkenstein und Jöhstadt in Betrieb – 23 Kilometer auf 750-Millimeter-Spur, die das abgelegene Preßnitztal erstmals an die große weite Welt anschlossen. Vorher mussten Holz, Papier und die Waren der vielen kleinen, wasserkraftbetriebenen Mühlen und Sägewerke im Tal mühsam über steile Wege transportiert werden – die Bahn veränderte das Leben der Talbewohner von Grund auf und blieb über Jahrzehnte ein verlässlicher Begleiter.

In den 1980er-Jahren kam dann das Ende, allerdings schleichender als man denkt: 1982 wurde zunächst der Güterverkehr auf dem oberen Abschnitt eingestellt, 1984 folgte der Personenverkehr, und bis 1986 wurde auch der Rest der einstigen Strecke stillgelegt. Bis zum Ende der 1980er-Jahre waren die Gleise fast vollständig abgebaut – eine fast hundert Jahre alte Verbindung schien für immer verloren.

Doch mit der politischen Wende 1989 fanden sich Eisenbahnfreunde aus ganz Deutschland zusammen. 1990 gründete sich die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn e.V. mit dem Ziel, wenigstens einen Teil der alten Strecke in ehrenamtlicher Arbeit als Museumsbahn wiederaufzubauen. Was folgte, war eine echte Gemeinschaftsleistung: Im April 1992 verlegten die Vereinsmitglieder die ersten 180 Meter Gleis von Hand, Jahr für Jahr wuchs die Strecke ein Stück weiter – über Schlössel und Loreleifelsen bis Schmalzgrube – bis im August 2000, nach acht Jahren Aufbauarbeit, endlich der Abschnitt bis Steinbach eröffnet werden konnte. Seitdem dampft die Pressnitztalbahn wieder auf rund acht Kilometern durch das obere Preßnitztal, und der Verein zählt mittlerweile über 400 Mitglieder, die sich um Strecke, Fahrzeuge und Betrieb kümmern.

Die Fahrt durchs Preßnitztal

Die Reise beginnt in Steinbach auf 543 Metern Höhe und endet in Jöhstadt auf 684 Metern – dazwischen liegen 141 Höhenmeter, die sich die kleine Dampflok mit einer maximalen Steigung von 25 Promille erarbeiten muss. Der Zug folgt zunächst der namensgebenden Preßnitz, später dem Jöhstädter Schwarzwasser, in vielen engen Windungen durch dichten Wald und offene Wiesentäler. Unterwegs hält die Bahn an malerischen kleinen Stationen wie Wildbach, dem Andreas-Gegentrum-Stolln, Forellenhof und Schmalzgrube, wo sich die beiden Zugpaare der Strecke im Gegenverkehr begegnen. Das markante Empfangsgebäude von Schmalzgrube ist ein sogenannter Typenbau der einstigen Königlich-Sächsischen Staatseisenbahnen und eines der schönsten Bahnhofsgebäude der ganzen Strecke. Eine einfache Fahrt dauert je nach Fahrplan rund 37 bis 45 Minuten – genug Zeit, um aus dem offenen Fenster den Wald vorbeiziehen zu sehen und sich vorzustellen, wie die Menschen im Preßnitztal vor über 130 Jahren zum ersten Mal in einen dieser Züge gestiegen sind.

Dampfbetrieb, Fahrplan und das große Pfingstfest

Gefahren wird die Pressnitztalbahn von April bis Oktober an Wochenenden, dazu an Feiertagen und mit besonderen Fahrten in der Adventszeit. An normalen Fahrtagen sind mindestens vier Zugpaare unterwegs, an stark besuchten Feiertagen fahren im Zwei-Zug-Betrieb bis zu vier Dampfzüge pro Tag und Richtung. Der Höhepunkt des Vereinsjahres ist traditionell das Pfingstwochenende: Dann sind bis zu sieben betriebsfähige Dampfloks gleichzeitig im Einsatz, weitere historische Maschinen stehen zur Besichtigung vor dem Lokschuppen in Jöhstadt, und in allen drei Bahnhofsorten wird mit Festmeilen und einer großen Modellbahnschau gefeiert. Eine Hin- und Rückfahrt über die komplette Strecke kostet für Erwachsene um die 20 Euro, aktuelle Preise und den genauen Fahrplan gibt es auf der Vereinswebsite. Wer sich für die Technik interessiert, sollte sich auch die Ausstellungs- und Fahrzeughalle am Bahnhof Jöhstadt nicht entgehen lassen, in der zahlreiche historische Loks und Wagen zu sehen sind – ein lohnendes Ziel auch bei Regenwetter.

Unser Tipp für Gäste der Ferienwohnung Haus Feig

Von unserer Ferienwohnung in Geyer aus ist die Pressnitztalbahn in gut einer halben Autostunde über Annaberg-Buchholz und Königswalde zu erreichen – eine schöne Strecke schon für sich, vorbei an typischen Erzgebirgsdörfern. Wir empfehlen, den Ausflug mit einer Wanderung entlang des Preßnitztalwanderwegs zu verbinden, der die Bahnstrecke streckenweise begleitet, oder gleich einen ganzen Eisenbahntag im oberen Erzgebirge daraus zu machen: Auch die Fichtelbergbahn und das Eisenbahnmuseum Schwarzenberg liegen in fahrbarer Nähe und lassen sich gut miteinander kombinieren. Am Bahnhof Jöhstadt selbst, Am Bahnhof 78, befindet sich die Geschäftsstelle des Vereins mit Fahrkartenverkauf – von dort aus starten die Züge Richtung Steinbach. Wir wünschen eine gute Fahrt und viel Freude beim Eintauchen in die Eisenbahngeschichte des Erzgebirges!

Karte des Pressnitztalwanderwegs entlang der Pressnitztalbahn
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auf der Strecke der Pressnitztalbahn