Blockhausen – Zu Gast beim Sauensäger im Erzgebirge
Etwa eine Autostunde von unserer Ferienwohnung in Geyer entfernt liegt, mitten im Wald zwischen Mulda und Dorfchemnitz, ein Ort, den wir unseren Gästen besonders gern ans Herz legen: Blockhausen. Wer hier ankommt, hört meist schon von Weitem das charakteristische Brummen einer Kettensäge – nicht als Werkzeug zum Baumfällen, sondern als Werkzeug für Kunst. Der „Sauensäger“ Andreas Martin und sein Team verwandeln hier seit Jahrzehnten Baumstämme in Bären, Wikinger, Bergmänner und unzählige weitere Figuren.
Ein Waldspaziergang mit Überraschungen
Vom ausgewiesenen Parkplatz an der Talstraße zwischen Mulda und Dorfchemnitz führt ein gut ausgebauter Rundweg hinauf nach Blockhausen. Rechnen Sie mit etwa 30 Minuten Fußweg – für Kinder eher mehr, denn am Wegesrand warten verzierte Bänke, kleine Figuren und immer wieder ein Grund stehen zu bleiben. Wer den Weg altersbedingt nicht laufen möchte, darf mit dem Auto bis zum oberen Parkplatz fahren; das gilt ausdrücklich auch für Motorradfahrer in schwerer Montur. Oben angekommen, steht als Erstes das reich verzierte Haupthaus vor einem – für uns immer wieder ein kleiner Moment des Innehaltens, egal wie oft wir schon dort waren.
Der längste Tisch der Welt
Das bekannteste Objekt in Blockhausen ist ein Tisch – und was für einer. Im Juni 2008 fällten die Sauensäger im Revier Sayda bei Mulda eine rund 120 Jahre alte, vom Borkenkäfer befallene Fichte. Aus dem 41 Meter langen Stamm entstand ein 39,80 Meter langer, zwei Tonnen schwerer Tisch, der am 13. Mai 2010 offiziell ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde. Zu Himmelfahrt desselben Jahres testete man die Belastbarkeit mit Bierflaschen: 10.170 Stück fanden auf der Platte Platz. Zu Pfingsten 2010 schnitzte man 24 Bergleute, die 2012 als Dachstützen über dem Tisch aufgestellt wurden – Modell standen dafür Bergleute der umliegenden Knappschaften. In die Tischplatte selbst ist die Geschichte der umliegenden Orte eingraviert.
Anreise und praktische Tipps
Adresse: Mordsteinweg 1, 09619 Dorfchemnitz. Kostenlose Parkplätze gibt es an der Talstraße zwischen Mulda und Dorfchemnitz, ausgeschildert von den Bundesstraßen B 101 und B 171. Der Rundweg selbst ist ganzjährig frei zugänglich – lediglich an den großen Terminen wie dem 1. Mai, zu Pfingsten, beim Wald- und Jägerfest sowie Anfang Oktober wird ein Eintritt erhoben.Der perfekte Ausflug von Geyer aus
Für uns ist Blockhausen genau die Art Ausflug, die zu einem Aufenthalt in unserer Ferienwohnung passt: nicht durchgetaktet, sondern ein entspannter Waldspaziergang mit echten Geschichten und handwerklicher Kunst zum Anfassen. Kombinieren lässt sich der Tag gut mit einem Abstecher nach Sayda oder Frauenstein. Wenn Sie einen ruhigen Ausgangspunkt für solche Ausflüge im Erzgebirge suchen, freuen wir uns über Ihre Buchungsanfrage für unsere Ferienwohnung in Geyer.
Natur und kleine Bewohner am Wegesrand
Auf dem Weg zum Blockhaus liegt eine Schauimkerei, deren Bienenbeuten die Kettensägenkünstler zum Huskycup 2011 gestaltet haben. An mehreren Schaukästen lässt sich das Leben der Bienen und die Arbeit des Imkers nachvollziehen. Der Wald selbst beherbergt sieben Fledermausarten, darunter die Zwergfledermaus, außerdem Erdkröten, Ringelnattern, Grasfrösche und Molche – für uns immer wieder ein schöner Beweis, dass Kunst und Natur in Blockhausen wirklich zusammengehören.
Einkehr beim Sauensäger
Von April bis Oktober hat der Imbiss geöffnet, mit Wildspezialitäten wie Wildbratwurst, Wildgulaschsuppe und Wildschinken – das Wild stammt größtenteils aus eigener Jagd, das Rind aus eigener Herde. An Tagen, an denen der Imbiss geschlossen ist, spricht nichts dagegen, die eigene Verpflegung mit an den langen Tisch zu bringen. Die aktuellen Öffnungszeiten und die Telefonnummer für die Anmeldung größerer Gruppen finden Sie am zuverlässigsten direkt auf www.blockhausen.de, da sich beides je nach Saison ändert.
Kettensägenkunst live: der Huskycup
Zu Gast im Erzgebirge. Seit 2004 treffen sich zu Pfingsten die besten Kettensägenkünstler der Welt in Blockhausen zum Huskycup, gleichzeitig Qualifikation zur Deutschen Speedcarving-Meisterschaft. Daneben gibt es den eigenen Blockhausen Cup. Bei den Veranstaltungen kann man den Künstlern beim täglichen Speedcarving zusehen, die fertigen Figuren werden anschließend versteigert. Wer selbst einmal zur Säge greifen möchte, kann an mehrtägigen Schnitzkursen teilnehmen.
Vom Blockhaus zum Walderlebniszentrum
Alles begann 1996, als Andreas Martin auf seinem Grundstück in Mulda die erste Hütte baute, die sogenannte Freiberger Hütte. Ein Jahr später zog sie in den Wald um, und aus dieser Idee wurde mit der Zeit ein ganzes Walderlebniszentrum. Die erste Hütte im kanadischen Blockhausstil mit ihrem achteckigen Grundriss und rund 68 Quadratmetern steht bis heute. Mittlerweile gehören mehrere Blockhäuser dazu, darunter eine Hütte mit Imbiss und einem darüberliegenden Heuhotel für bis zu 25 Personen.


