Wolkenstein-im-Erzgebirge-300x200 Wolkenstein

Wolkenstein ist keine Bergstadtgründung. Im Zusammenhang mit der bäuerlichen Kolonisation des Erzgebirges wurde die Burg Wolkenstein in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts unter Kaiser Friedrich Barbarossa errichtet. Sie war Ausgangspunkt der nachfolgenden Stadtgründung. Mindestens 250 Jahre beherrschten die Herren von Waldenburg von hier aus ein großes Territorium. Wie der Chronist Chistian Lehmann ausführt, hatten diese Grundherren „Lust zum Bergbau gehabt / auch umher Schürfen / Puchwercke und Hütten aufbauen lassen.“ In dem Zusammenhang sollen auch die Thermalwässer von Warmbad aufgefunden worden sein.
Eine 1323 urkundlich nachweisbare Wolkensteiner Münzstätte Düfte wohl kaum auf einen florierenden Silberbergbau in unmittelbarer Stadtnähe zurückzuführen sein. Man geht davon aus, dass das Edelmetall aus Gruben bei Ehrenfriedersdorf kam.

Wahrscheinlich ist, dass die bergbaulichen Aktivitäten zumindest bis in das 15. Jahrhundert hier ohne nachhaltigen Erfolg blieben. Neue Impulse erfuhr das Montanwesen von Wolkenstein durch die späteren Silbererzfunde in Marienberg. Die daraufhin forcierte Schurftätigkeit im weiteren Umfeld führte zum Auffinden neuer Erzvorkommen, die einen aussichtsreichen Bergbau versprachen.

Blick-von-der-Burg-auf-den-Bahnhof-von-Wolkenstein-300x200 Wolkenstein

Kirche-an-der-Burg-Wolkenstein-300x200 Wolkenstein

Blick-von-der-Burg-Wolkenstein-300x200 Wolkenstein

Rückansicht-der-Burg-Wolkenstein-im-Erzgebirge-300x200 Wolkenstein

So begann mit wagemutigem Unternehmergeist die intensive bergmännische Erkundung des Terrains um Wolkenstein. Die auflebende Bergbautätigkeit führte in einigen Gruben zu ergiebigen Erzanbrüchen, die allerdings nur in seltenen Fällen anhaltend waren. In wenigen Bergwerken konnte deshalb mit Ausbeute gearbeitet werden. Ungeachtet dieser Entwicklung wurde an der Zschopau eine Silberschmelzhütte errichtet. Ein eigenes Bergamt existierte im Ort fast 150 Jahre lang. Infolge des Dreißigjährigen Krieges kam die Montanwirtschaft fast gänzlich zum Erliegen. Der Silberbergbau, untergeordnet auch die Gewinnung von Kobalt- und Eisenerzen, fristete in der Folgezeit eher ein kümmerliches Dasein. Zwar kam es immer wieder zu hoffnungsvollen Neuanfängen, doch endeten sie meist nach verhältnismäßig kurzer Betriebsdauer.Daran sollte sich bis zur Aufgabe des Bergbaus von Wolkenstein nichts ändern.

Wie in vielen erzgebirgischen Bergrevieren, in denen in der Vergangenheit Uranvorkommen nachgewiesen worden waren, führte die SAG/SAG Wismut von 1947 bis 1954 auch bei der alten Bergstadt umfangreiche Bergarbeiten durch, ließ kilometerlange Strecken auffahren, alte Stollensysteme erweitern und neue Schächte anlegen, um das strategisch wichtige Erz zu gewinnen. In einem Seitental der Zschopau, am Heidelbach, lag nordwestlich von Wolkenstein das gleichnamige Kalkwerk. Spätestens seit dem 18. Jahrhundert wurde hier ein bis zu drei Meter mächtiges Kalklager abgebaut. Nahe der Gewinnungsstätte erfolgte das brennen des Kalksteins, der als Bau- und Düngekalk Verwendung fand. Mit der Intensivierung des Bergbaus unter königlicher Administration zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging man auf dem mit etwa 15 Grad einfallenden Lager zum Tiefbau über. Drei bis vier Meter starke Pfeiler gaben den geschaffenen Hohlräumen die nötige Standsicherheit. Die Konkurrenz mit anderen Kalkbrüchen, in denen weitaus bessere Abbauverhältnisse und Verkehrsanbindungen herrschten, führte 1901 zur Stilllegung des Werke.

zur Webseite der Stadt Wolkenstein im Erzgebirge: Link

unterwegs-in-Wolkenstein-200x300 Wolkenstein

hier zu gehört