Wolkenstein im Erzgebirge

Wolkenstein im Erzgebirge
Wolkenstein im Erzgebirge

Wolkenstein ist keine Bergstadtgründung. Im Zusammenhang mit der bäuerlichen Kolonisation des Erzgebirges wurde die Burg Wolkenstein in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts unter Kaiser Friedrich Barbarossa errichtet. Sie war Ausgangspunkt der nachfolgenden Stadtgründung. Mindestens 250 Jahre beherrschten die Herren von Waldenburg von hier aus ein großes Territorium. Wie der Chronist Chistian Lehmann ausführt, hatten diese Grundherren „Lust zum Bergbau gehabt / auch umher Schürfen / Puchwercke und Hütten aufbauen lassen.“ In dem Zusammenhang sollen auch die Thermalwässer von Warmbad aufgefunden worden sein.

Eine 1323 urkundlich nachweisbare Wolkensteiner Münzstätte Düfte wohl kaum auf einen florierenden Silberbergbau in unmittelbarer Stadtnähe zurückzuführen sein. Man geht davon aus, dass das Edelmetall aus Gruben bei Ehrenfriedersdorf kam. Das Schloss Wolkenstein ist das dominate Wahrzeichen über dem Zschopautal. Klettersteige locken dort sportlich Begeisterte.

Wahrscheinlich ist, dass die bergbaulichen Aktivitäten zumindest bis in das 15. Jahrhundert hier ohne nachhaltigen Erfolg blieben. Neue Impulse erfuhr das Montanwesen von Wolkenstein durch die späteren Silbererzfunde in Marienberg. Die daraufhin forcierte Schurftätigkeit im weiteren Umfeld führte zum Auffinden neuer Erzvorkommen, die einen aussichtsreichen Bergbau versprachen.

Wie in vielen erzgebirgischen Bergrevieren, in denen in der Vergangenheit Uranvorkommen nachgewiesen worden waren, führte die SAG/SAG Wismut von 1947 bis 1954 auch bei der alten Bergstadt umfangreiche Bergarbeiten durch, ließ kilometerlange Strecken auffahren, alte Stollensysteme erweitern und neue Schächte anlegen, um das strategisch wichtige Erz zu gewinnen. In einem Seitental der Zschopau, am Heidelbach, lag nordwestlich von Wolkenstein das gleichnamige Kalkwerk. Spätestens seit dem 18. Jahrhundert wurde hier ein bis zu drei Meter mächtiges Kalklager abgebaut. Nahe der Gewinnungsstätte erfolgte das brennen des Kalksteins, der als Bau- und Düngekalk Verwendung fand. Mit der Intensivierung des Bergbaus unter königlicher Administration zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging man auf dem mit etwa 15 Grad einfallenden Lager zum Tiefbau über. Drei bis vier Meter starke Pfeiler gaben den geschaffenen Hohlräumen die nötige Standsicherheit. Die Konkurrenz mit anderen Kalkbrüchen, in denen weitaus bessere Abbauverhältnisse und Verkehrsanbindungen herrschten, führte 1901 zur Stilllegung des Werke.

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