Wegweiser-Greifenbachtal

Das Greifenbachtal ist nicht nur Bergbaulehrpfad, aber in der alten Bergbaulandschaft des Greifenbachtales findet man zahlreiche Überreste aus der Zeit des Zinnbergbaues im 15. bis 18. Jahrhundert, wie Halden, Pinten, Stollenmundlöcher & Pochwerksruinen. Das Greifenbachtal ist etwa 12km lang und hat seinen Anfang im Roten Wasser oberhalb des Stausees „Großer Teich“ nahe der Alten Arsenikgewinnung der damaligen Zeit und mündet südlich von Tannenberg in die Zschopau.

Die Wanderwege sind gut ausgebaut, jedoch teilweise schmal und im Bereich des Röhrgrabens von freiliegenden Wurzeln durchzogen, deshalb gilt es natürlich auch hier auf gutes und festes Schuhwerk zum Wandern zu achten.

Parkt man im Greifenbachtal an der Straße zwischen Geyer und Ehrenfriedersdorf, kurz nach der Brücke über den Greifenbach erreicht man nach etwa 500m den:

Reicher-Silber-Trost-Tageschacht

Der Schacht war 44m tief und stellte die Verbindung zum Reicher-Silber-Trost-Stolln, mit einer Entfernung zum Mundloch von 166m, her. Der Tagesschacht diente der Bewetterung (Frischluftversorgung) und dem Materialtransport. Eine Kaue schützte den Schacht gegen die Wetterunbilden und diente als Unterstellplatz für das Gezähe (Werkzeug) der Bergleute.

Reicher-Silber-Trost-Stolln

Um 1545 erstmalig erwähnt wurden hier Silber, Kupfer und Zinn abgebaut. Im Jahre 1764 bestand das Grubenfeld aus einen tiefen Stolln, einer Fundgrube und drei oberen Maßen (Maß= 56m x 14m). Die Grube galt als ergiebig und war je nach Aufbringung mit 4-12 Bergleuten belegt. Am 24.12.1769 war ein großes Grubenunglück im Tiefen-Reichen-Silber-Trost-Stolln, durch Feuersetzen vor Ort entstanden giftige Gase, wovon ein Häuer bewusstlos wurde, beim Rettungsversuch verunglückten weitere 5 Bergleute, welche erst nach 5 Tagen nach dem Auswittern (auslüften) des Stollens, tot geborgen werden konnten. Seit dieser Zeit veranstalten am „Heiligen Abend“ die Bergleute in der Region eine „Bergmettenschicht“.

Wanderung-Greifenbachtal-Reichen-Silber-Trost-Stollen

Holzbrücke im Greifenbachtal

Der Charakter dieser Mittelschicht hat sich im Laufe der Jahrhunderte von einer Gedenkfeier, in eine Veranstaltung der Lebensfreude gewandelt. Reste der Trockenmauer waren bei der Aufwältigung des Stollens noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten.
Im weiteren Verlauf kommt man an den Fundamenten des Greifenbachviaduktes vorbei, dies war einst die längste Kleinbahnbrücke Deutschlands. Welche das Greifenbachtal in einer Länge von 180,5m überspannte. Nach einer kleinen Holzbrücke, welche über einem schmalen Pfad nach oben zum Brückenkopf führt, bleiben wir im Tal und erreichen nach 500m das Sprungschanzenareal der Berg-und Bingestadt Geyer.

Diese Schanzen sind im Bereich der Nachwuchsförderung über die Region hinaus bekannt. Nach rechts führt ein kleiner Abstecher zu einem schön angelegten Wassertretbecken, wer das nicht mag, geht geradeaus weiter und spart sich ein paar Hundert Meter. Das Greifenbachtal führt jetzt links leicht ansteigend in Richtung Greifenbachstauweiher. Nach etwa 500m sehen wir links und rechts je einen Stollenmund.

Der Garisch-Stolln

Der Garisch-Stolln wurde erstmalig 1490 erwähnt, von ihm aus wurden zahlreiche Grubenhaue aufgefahren und betrieben. Die Erträge schwanken im Verlauf der Jahrhunderte sehr stark, so dass der Abbau oftmals zum Erliegen kam. Vom Garmisch-Stolln bestand eine Verbindung zum Leier-Grubenfeld, links neben dem Heute noch offenen Mundloch befand sich eine alte Radstube. Zwischen 1857 und 1911 wurde hier noch einmal Abbau betrieben, jedoch der Grubenbetrieb wegen Unwirtschaftlichkeit dann doch wieder eingestellt.

Wassertretbecken im Greifenbachtal

Garisch Stolln im Greifenbachtal

Garisch-Gegentrum-Stolln

Der Garisch-Gegentrum-Stolln wurde um 1565 von Hieronymus Lotter betrieben und war mit 3-5 Bergleuten belegt. Um 1768 verbrach er bis zum Förderschacht. Abgebaut wurden hier Zink, Zinn, Quarz und Schwefelkies. Der Stollen, welcher nur noch zur Wasserlösung genutzt wurde, hatte vermutlich eine Verbindung zur Walde-Gott-Zeche und wurde letztmalig im Jahre 1834 erwähnt. Dieser Stollenmund wurde in den letzten Jahren durch Vereine und mit Förderung der anliegenden Kommunen wieder hergerichtet.

Der Röhrgraben

Im weiteren Verlauf ein Stück hinauf im Greifenbachtal kommt man zu einem kleinen, die Straße, unterfließenden Gewässers. Einem Kunstgraben, genannt Röhrgraben, welcher vom Greifenbachstauweiher in Richtung Ehrenfriedersdorf fließt. Dem Röhrgraben folgend kommt:

Wanderung im Greifenbachtal der Garisch Gegentrun Stolln

der Röhrgraben im Greifenbachtal

Röhrgraben Greifenbachtal Walking und Wanderstrecke

Wanderung am Röhrgraben im Greifenbachtal

Das Pochwerk mit Erzwäsche

Dieses Poch- und Wäschewerk befand sich im sogenannten Freiwald. Um den mühevollen Transport der Zinnerze zu ersparen, wurden Erzaufbereitungsanlagen, wie hier, oft in unmittelbarer Nähe der Gruben errichtet. Die Anlage wurde mittels Wasserkraft betrieben. Holzstempel mit einem eisernen Kopf wurden von einer Welle angehoben und fielen dann auf die unten liegenden Erze, aus dem zerkleinerten Material wurde nachfolgend das Erzkonzentrat ausgewaschen.Das Pochwerk mit Erzwäsche.

Pochwerk und Scheidebank im Greifenbachtalam Röhrgraben

Scheidebank

Am Hang befanden sich die Tagesanlagen und Stollenmundlöcher des Grubenfeldes ”Leier”. Die Reste des einstöckigen Ausschlage- und Scheidebankgebäudes sind noch erkennbar. In ihm wurde das Erz vom tauben Gestein geschieden (Erzscheide). Größere Stücke mussten zusätzlich von Hand zerschlagen und ausgelesen werden (Erz klauben). Diese Arbeiten wurden vorwiegend von Berginvaliden, Frauen und Kindern durchgeführt. Rechts neben den Gebäuderesten ist das taube Gestein noch deutlich als Halde zu erkennen. Die Grube baute auf Zinnstein und war eine der reichsten des Greifensteingebietes.

Im weiteren Verlauf des Röhrgrabens kommen wir zum:

Greifensteinstolln

Der Greifensteinstollen wurde von 1979 bis 1990 aufgefahren und diente zur Erkundung als Teillagerstätte. Er hat eine Streckenlänge von 1564m und ein Streckennetz von 7,9km. Der Greifensteinstolln hat eine Verbindung zum Sauberg über eine Überhaue von der 5. Sohle in einer Tiefe von 180m. Der Stollen wurde 1992 gesprengt.

Von hier aus sind es bergab etwa 1,5km zurück zum Parkplatz. Für alle, die jetzt erst richtig warm geworden sind, empfehle ich den Waldgeisterweg, welcher neu angelegt wurde und in etwa 1,5km Entfernung beginnt.

Zeugen des modernen Bergbau im Greifenbachtal

Wegweiser im Greifenbachtal

Wanderung am Greifenbach

Wegweiser zum Waldgeisterweg im Greifenbachtal

Reitausflug ins Greifenbachtal

Wanderung im Greifenbachtal

Link zur Wanderroute bei www.gpsies.com